Der seit 20 Jahren verheiratete Robert, gespielt von Steffen Schwarz, antwortet auf eine Zeitungsannonce und plant mit seinem schwulen Freund Ralf ein Angelwochenende im Landgasthof „Zum frommen Paradais“ um eine blonde, nette, sehr gut gebaute Frau, nicht zwingend aber gerne um die zwanzig, zu treffen und ein unvergessliches Wochenende zu verleben. Sein ängstlicher Freund Ralf, dargestellt von Thorsten Jährmann und Harald Rehm, unterstützt ihn aus jahrelanger platonischer Freundschaft bei diesem Vorhaben, macht aber aus seiner Skepsis keinen Hehl und reagiert ein bisschen schadenfroh auf die Tatsache, dass das Rendezvous mit einer vermeintlich Unbekannten nicht ganz so glatt verläuft, wie von Robert gedacht. Er genießt es in vollen Zügen den „richtigen Mann“ Robert in eine Frau zu verwandeln, mit allen Facetten, die dazu gehören – inklusive hoher Schuhe – eine Herausforderung der sich Steffen, Thorsten und Harald mit Bravour stellen und die für viele Lacher im Publikum sorgt. Steffen ist schon ewig Jahre am Theater aktiv und hat schon viele Rollen auf der Mundartbühne verkörpert. Er behält immer die Ruhe, außer zu Beginn des Abends, wenn das Ensemble ihn zum Kraftkreis bittet… Auch Harald Rehm ist von der Mundartbühne nicht wegzudenken, in diesem Jahr unter verschärften Bedingungen, da er zeitgleich auch Inspektor Henski im Versprechen verkörpert – aber noch schafft er es die Texte akribisch zu trennen. Thorsten Jährmann ist neu im Theater unter den Kuppeln aber ein alter Hase auf der Bühne und schon jetzt nicht mehr aus unserer Runde wegzudenken!

Mathilde Schön freut sich auf ein Wochenende mit einem Unbekannten und erhofft sich einen Aufschwung für ihr Eheleben und unvergessliche Nächte. Begleitet wird sie von ihrer Freundin, Lore Kammer, die dem ganzen Experiment eher misstrauisch gegenübersteht, ihre Freundin aber dennoch unterstützen will, mit ihrer Meinung aber nicht hinter dem Berg hält und so die Bedenken von Mathilde schürt. Gespielt wird Mathilde von Sabine Wiedorfer, die die Mundartbühne mit ihrem fränkischen Dialekt bereichert und Patricia Johnson, die auch für die Maske verantwortlich zeichnet und zusätzlich noch als Tochter und Schwester Janina auf der Bühne steht! Annette Bode-Laubengaier und Andrea Werthwein beide auch schon lange im Theater aktiv, verkörpern die treue Freundin mit der notwendigen Portion Humor und sparen auch nicht an der ein oder anderen Spitze.

Umrahmt wird die Geschichte um das Ehepaar von weiteren Gästen und den Angestellten des Gasthofs, die alle auf die eine oder andere Weise auf der Suche nach der Liebe sind.

So schwärmt die gute Seele des Gasthofs, die Wirtin Ilse schon lange für den Postboten Alfonso, will dieser Schwärmerei aber nicht nachgeben, da sie der Meinung ist, dass ihr stotternder Sohn Klaus nicht ohne sie zurechtkommen würde. Alfonso ist schon lange in Ilse und in ihre wunderbaren Kurven verliebt, traut sich aber nicht, der Wirtin seine Gefühle zu gestehen. Marion Weinmann und Evelyn Brenner, beide schon seit vielen Jahren auf sämtlichen Bühnen des Theaters aktiv, verkörpern diese etwas naive gute Seele ganz unterschiedlich – die eine bayrisch-burschikos – die andere schwäbisch-herzlich. Der verliebte Alfonso, ein Schwabe mit italienischem Namen oder ein schwäbelnder Italiener wird von Stefan Krause und Alexander Konz mit viel liebenswerter Tollpatschigkeit auf die Bühne gebracht.

Der Sohn von Ilse, Hoferbe und Stotterer Klaus, hat trotz bester finanzieller Voraussetzungen noch keine Frau abbekommen, was ihm der von sich sehr überzeugte Stallbursche und Möchtegern-Frauenheld Sepp gerne unter die Nase reibt und dabei kein Blatt vor den Mund nimmt. Sepp wiederum ist die große Liebe des Zimmermädchens Marlene, die sich durch schlechten Geschmack und mäßigen Anstrengungen in der Hausarbeit und Bedienung auszeichnet. Für die Eroberung von Sepp ist ihr aber kein Weg zu weit, deshalb übt sie heimlich das Küssen mit ihrem Übungsmann „Schätzle“ der im Stück auch für Verwirrung als ständig verschwindende und wiederauftauchende Leiche eine Rolle spielt. Klaus wird von Christian Dosch gespielt, auch er kein Unbekannter auf der Mundartbühne. Mit großem Mut zur Hässlichkeit verkörpern Nicole Karrer und Karin Jörg das Zimmermädchen Marlene und sorgen damit für große Lacher beim Publikum. Vor allem Nicole Karrer, eine Urschwäbin, erfreut Ensemble und Publikum mit ihren farbenprächtigen schwäbischen Ausdrücken, die viele von uns schon lange nicht oder noch nie gehört haben. Ihre große Liebe Sepp wird von Kai Böhmer und Daniel Reißig gespielt, beide sind schon von Kindesbeinen an unter der Kuppel zuhause.

Die Möchtegern-Dame von Welt, Monika Pasch, will gerne in die High-Society aufgenommen werden, ihre Eintrittskarte ist ihre Tochter Janina, die sie mit dem Freiherrn von Hohenselters, seines Zeichens ein alter Sack, verkuppeln will. Logischerweise steht Janina diesem Vorhaben auch eher skeptisch gegenüber und bandelt ihrerseits mit dem Hoferben und Stotterer Klaus an, der sich von der behütenden Mutter und Wirtin Ilse lösen möchte und Janina mit Hilfe seiner Bierdeckelsammlung von sich überzeugen will. Für Renate Staiger und Judith Wolf, die die Monika verkörpern, ist es der erste Auftritt auf der Mundartbühne. Renate Staiger ist schon lange im Theater aktiv und hat schon vielfach im Kinderstück und auf der Musicalbühne ihr Können unter Beweis gestellt. Sie ist auch für die Kostüme verantwortlich. Ihre Tochter Janina wird von Jessica Ruffner und Patricia Johnson (dann als Schwester) gespielt. Auch Jessica ist schon lange im Theater und hat schon die ein oder andere Rolle im Kinderstück verkörpert.

Eine wichtige Rolle hat auch der etwas übereifrige Dorfpolizist Ferdinand Obacht, der das Rätsel um einen verschwundenen alten Sack (Stroh) und eine aufgebrochene Tür mit viel Einsatz lösen will. Seine Ermittlungsmethoden sind aufgrund seiner etwas tapsigen Art nicht wirklich von Erfolg gekrönt. Er wird von Bernhard Schöpfer und Jürgen Mehlhase gespielt. Unser Bernie ist ebenfalls ein altgedienter Recke auf der Mundartbühne mit viel Erfahrung, die er gerne mit den „Frischlingen“ teilt. Jürgen bleibt seiner Rolle als Polizist aus dem letztjährigen Kinderstück treu und erobert sich in diesem Jahr mit viel Freude am Spiel auch die Mundartbühne.

Das Ensemble von „Tête-á-tête mid'ra Leich' „ steht noch bis einschließlich Samstag, 28. März 2020 gemeinsam auf der Mundartbühne und freut sich auch weiterhin über einen vollen Mörikesaal und viele Lacher aus dem Publikum!