

Jörg Witzsch, im Vorstand verantwortllich für die Produktionen und den künstlerischen Bereich (Intendanz)
Das erste Mal auf der TudK-Bühne stand Jörg in der 1991er Show als „Phantom der Oper“, seine erste Rolle in einem Musical hatte er 1992 in „Kiss Me Kate“ als einer der beiden Gangster.
An seine erste Bühnenpanne erinnert er sich auch noch sehr lebhaft: „mein Partner vergaß im Duett „Schlag’ nach bei Shakespeare“ seinen Text. Da ich immer die zweite Zeile hatte, die sich auf seinen Text reimte, war auch ich völlig verloren, konnte mich einfach nicht mehr an meinen eigenen Text erinnern. Ich packte kurzerhand meinen Compagnon, und wir tanzten vor einem johlenden Publikum bis zum Refrain Walzer...“
Vom Darsteller auf der Bühne war der Weg nicht mehr weit zur ersten Regiearbeit am TudK. 1993 brachte er eine 30-minütige „Miss Saigon“-Version auf die Bühne und schrieb auch die deutsche Übersetzung dazu – die gab es damals nämlich noch nicht. In diese Zeit fielen auch seine ersten professionellen Engagements an Musicaltheatern, aber so richtig los gelassen habe ihn das TudK nie: „für mich war’s immer meine Theater-Heimat, in die ich gerne zurückkomme“. Nicht nur als Darsteller, sondern auch als Regisseur: „Oliver“ (1997/98), „Honk“ (2005), „Anything Goes“(2007) und „Me and My Girl“ (2011).
Gefragt nach seiner Motivation, sich für das Theater unter den Kuppeln zu engagieren, sagt er: „Ich hatte das besondere Glück, über die Jahre mit hervorragenden Regisseuren, Choreografen, musikalischen Leitern und Darstellern zusammenarbeiten zu dürfen. Für mich ist es immer besonders schön, wenn ich Dinge, die ich von anderen gelernt habe, weitergeben kann und wenn ich wiederum bei der Arbeit mit Menschen daraus - und von ihnen - etwas lerne. Gerade dieses gemeinsam an etwas arbeiten ist der Motor, der mich antreibt. Das ist es, was Theater für mich so wunderbar macht – dieses gemeinsam etwas erschaffen, es auf die Bühne bringen und dann erleben, wie ein Publikum mitlacht, mitweint und mitfiebert. Theater eben…“
Für seine neue Aufgabe als künstlerischer Vorstand hat Jörg sich vor allem das Thema „Aus- und Weiterbildung und Nachwuchsarbeit“ auf die Fahnen geschrieben. „Das Theater unter den Kuppeln bietet mit seiner Tanz- und Gesangsschule eine hervorragende Ausbildung, die Bühnen im Sommer wie im Winter die einzigartige Chance, sich als Darsteller auszuprobieren. Zusammen mit den Lehrern hier maßgeschneiderte Zusatzangebote zu schaffen, scheint mir eine gute Perspektive. Dass darüber hinaus noch hervorragend arbeitende Ressorts wie Kostüm, Maske, Bühnenbau, Technik und sogar ein eigenes Orchester existieren, in die sich jeder einbringen kann, schafft die schon fast einzigartige Chance, sich in einem Amateurtheater auf hohem Niveau mit allen für das Theater wichtigen Abteilungen vertraut zu machen.“
Ein persönliches Wort von ihm zum Schluß? „Der Musicalautor Stephen Sondheim sagt in ‚Sunday in a park with George‘ über den Maler George Seurat: ‚A blank page or canvas – his favourite: So many possibilities - Eine weiße Leinwand war ihm am liebsten: so viele Möglichkeiten‘. Diesen Satz habe ich mir zum Motto gemacht. Ist es nicht ein großartige Erlebnis, wenn ich bei einer Rolle, einem Bühnenbild oder einer Inszenierung wie auf einer leeren Leinwand etwas entstehen lassen darf?“, sagt er. Und sein Ziel im Theater? „Ich würde mir wünschen, zurückblickend einmal sagen zu können „ich habe Menschen berührt“. Dann habe ich, denke ich, etwas richtig gemacht.“
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